Allgemein

Vom Lokführer, der die Liebe suchte…

Lokführer Nurlan (Miki Manojlovic) lebt in einem abgelegenen Dorf in den Bergen Aserbaidschans. Jeden Tag steuert er seine Lok durch einen Vorort der Stadt. Hier stehen die Schienen so dicht an den Häusern, dass Wäscheleinen darüber gespannt werden und die Bewohner die Schienen nutzen, um hier Tische und Stühle aufzustellen, um Tee zu trinken und Schach zu spielen. Ein kleiner Junge, der in einem Teehaus arbeitet, warnt die Bewohner mit einer Trillerpfeife vor der nahenden Lok. Trotzdem verfangen sich immer wieder Wäschestücke in der Lokomotive. An seinem letzten Arbeitstag erhält Lokführer Nurlan einen Orden und eine Angel als Abschiedsgeschenk. Auch an diesem Tag wird ein Wäschestück, ein BH, nicht rechtzeitig entfernt und verfängt sich in seiner Lok. Nurlan macht sich auf die Suche nach der Besitzerin des BH`s und begegnet dabei den unterschiedlichsten Frauen, ohne jedoch die Eigentümerin des Wäschestücks zu finden. Mit seiner Suche macht er sich jedoch bei den männlichen Stadtbewohnern unbeliebt. Er wird verfolgt, verprügelt und auf die Gleise gefesselt. Der kleine Junge rettet ihn vor dem herannahenden Zug und …..

Ein Film ganz ohne Worte (!). Die Handlung ist damit naturgemäß eher überschaubar. Der Film plätschert ohne Höhepunkte dahin. Die Frage, ob er die Besitzerin des BH`s noch findet ist nicht gerade spannend. Wer mal etwas völlig anderes sehen will kann reingehen. Bitte aber keinen Film im Stile von „The Artist“ erwarten. Mit einem Oscar wird es hier bestimmt nichts und die Zuschauerzahl wird sehr bescheiden sein.

Bewertung: *

FSK: 6 Jahre Filmstart: 07.03.2019 Regie: Veit Helmer

Allgemein, Drama/Thriller

Hard Powder

Nels Coxman (Liam Neeson) arbeitet als Schneepflugfahrer in einem Skigebiet in den Rocky Mountains. Er führt mit seiner Frau Grace (Laura Dern) und dem gemeinsamen Sohn Kyle ein zufriedenes, zurückgezogenes Leben. Trotzdem findet seine eintönige Arbeit Anerkennung, er wird sogar zum Bürger des Jahres gewählt. Die Idylle findet ein jähes Ende als Kyle ermordet wird. Nels kann die Todesursache – eine Überdosis Rauschgift nicht glauben und kommt bei seinen Nachforschungen zur Erkenntnis, dass Kyle ermordet wurde. Er macht sich auf die Suche nach den Tätern, die er einen nach dem anderen aus dem Weg räumt. Sein Ziel ist jedoch den Hintermann zu finden. Schließlich gelingt es ihm, den Drogenboss Viking (Tom Bateman) als Drahtzieher zu identifizieren. Sein Rachefeldzug führt noch zu zahlreichen Toten und ist auch Auslöser eines blutigen Bandenkrieges. Um auch Viking zu eliminieren entführt Coxman sogar dessen Sohn. Am Ende kommt es im Skigebiet zu einem großen Showdown zwischen den Gangsterbanden und Coxman.

Liam Neeson als Mann der rot sieht und sich auf seinen privaten Rachefeldzug begibt. Tolle, einsame Landschaftsaufnahmen mit gewaltigen Schneemengen und einem rießigen Schneepflug, der einsam seine Runden zieht. Wie nicht anders zu erwarten führt Liam Neeson alle Übeltäter ihrer gerechten Strafe zu. Der Showdown am Ende des Films ist eine Schießerei von epischem Ausmaß, im Vergleich zu der das legendäre Geknalle am O.K. Corral ein harmloses Schützenfest ist. Irgendwann habe ich aufgehört die Leichen zu zählen. Gut gemachtes Mainstream-Kino.

Bewertung: ****

FSK: 16 Kinostart: 28.02.2019 Regie: Hans Petter Moland

Allgemein, Kinder- und Jugendfilm

Ostwind 4 – Aris Ankunft

Mika ist nicht mehr die Hauptperson. Sie liegt im Krankenhaus im Koma und Gut Kaltenbach hat mal wieder Probleme. Fany bringt Ari (Luna Paiano) mit nach Gut Kaltenbach. Da aufgeweckte Mädchen hat schon mehrere Pflegefamilien hinter sich und hat Probleme ihre Agressivität unter Kontrolle zu halten. Fany kann dem Jugendamt Gut Kaltenbach als Therapieort für Ari schmackhaft machen. Hier lernt sie Ostwind kennen, der nach einer Verletzung nicht fressen will. Sie freunden sich an und Ari will reiten lernen. Dafür muss sie aber zunächst ihre Agressionen überwinden und ruhiger werden. Gleichzeitig muss der Versuch von Isabell (Lily Epply) verhindert werden Gut Kaltenbach zu übernehmen, bei dem Isabell von dem finsteren Pferdetrainer Thodur Thorwaldson unterstützt wird, der es auf Ostwind abgesehen hat. Kann Kaltenbach gerettet werden? Gibt es ein Happy End?

Mädchen + Pferde = Erfolgsfilm. Das Rezept wird auch hier aufgehen. Es ist toll anzusehen, wie Ari in kürzester Zeit nicht nur reiten lernt sondern auch noch eine ausgezeichnete Bogenschützin auf dem Rücken eines galoppierenden Pferdes wird. Dennoch macht der Film deutlich, dass der Umgang mit Tieren Verantwortungsgefühl, Liebe und Geduld erfordert.

Bewertung: ***

FSK: 0 Jahre Kinostart: 28.02.2019 Regie: Theresa von Eltz

Allgemein, Kinder- und Jugendfilm

Manou – Flieg`Flink!

Manou ist ein elternloser Mauersegler, der von einem Möwenpaar aufgezogen wird. Sie leben gemeinsam in einer großen Möwenkolonie in Nizza. Manou merkt schnell, dass er anders ist als die übrigen Möwen. Er fliegt anders, schwimmt anders und ißt nicht nicht das Gleiche wie die anderen Möwen in der Kolonie. Obwohl ihn seine Eltern und besonders sein Bruder Luc sehr unterstützen, erhält Monou nicht die Anerkennung, die er braucht. Als er schließlich ein Wettfliegen gewinnt glaubt er, endlich akzeptiert zu werden. Er wird sogar damit beauftragt die Nester Nachts zu bewachen. Leider kann Manou nicht verhindern, dass die bösen Ratten ein Ei stehlen. Manou muss die Möwenkolonie verlassen. Er findet in den in der Nähe nistenden Mauerseglern eine neue Familie und sogar eine Freundin. Als seine alte Familie in den Süden aufbricht und von einem schlimmen Unwetter überrascht wird kann Manou beweisen, was für ein tapferer Kerl ihn ihm steckt.

Ein etwas biederer Animationsfilm – aber mit sehr schönen Bildern. Wohl nur für die ganz Kleinen ein spannendes Kinoabenteuer. Pädagogisch durchaus wertvoll, da sich Themen wie Ausgrenzung oder Mobbing, und Werte wie Familie und Treue gut thematisieren lassen. Für die etwas Größeren zu wenig Action.

Bewertung: ***

FSK: 0 Jahre Filmstart: 28.02.2019 Regie: Christian Haas, Andrea Block

Drama/Thriller, Horrorfilm

Der Goldene Handschuh

Fritz Honka (Jonas Dassler) lebt in den 70er Jahren in einer schäbigen Mansarde in Hamburg. Zu Beginn des Films sieht man eine gefühlte Ewigkeit lang eine nackte Frauenleiche in dieser Mansarde liegen. Honka, ein schwerer Alkoholiker, trinkt einen Schnaps, raucht und fragt sich offensichtlich, was mit der Leiche geschehen soll. Schließlich zerstückelt er die Leiche – hier ist die Kameraführung gnädig, man hört nur die Sägegeräusche. Einen Teil der Leichenteile „entsorgt“ er in einem Hinterhof, den Rest versteckt er in seiner Mansardenwohnung. Honka hält sich hauptsächlich in seiner Lieblingskneipe „Zum Goldenen Handschuh“ auf. Hier treffen sich Gestrandete, Verlierer, Gelegenheitsprostituierte und Trinker und hier lernt Honka auch seine weiteren Opfer kennen. Er vergewaltigt, erschlägt und erwürgt sie und zerstückelt die Leichen anschließend, um sie hinter einer Wand in seiner Mansarenwohnung verstecken zu können. Der Film spielt hauptsächlich in dieser schäbigen Mansarde und der nicht weniger bedrückenden Kneipe. Gewalt-, Vergewaltigungs- und Mordszenen werden überdeutlich gezeigt. Kurzzeitig kommt Honka durch einen neuen Job als Nachtwächter vom Alkohol los und eine Wende in seinem Leben scheint möglich. Tatsächlich ist die Abstinenz aber nicht von Dauer und er verfällt in seine alten Muster. Nur durch Zufall – ein Brand in der Wohnung unter ihm – führt schließlich zu seiner Verhaftung.

Jonas Dassler brilliert in der Rolle des Fritz Honka. Trotzdem ist die Milieuschilderung mehr als bedrückend und die Gewaltszenen sind schwer erträglich. Die Bilder sind düster aber fraglos realistisch und die Schlagermelodien (Es geht eine Träne auf Reisen“) erzeugen einen unwirklichen Kontrast. Ob man den Film wirklich als Horrorfilm bezeichnen sollte frage ich mich auch, obwohl einen das Grauen mehr als einmal überkommt. Es ist ein Kriminalfilm mit einem realen Hintergrund – der echte Fritz Honka wurde zu 15 Jahren Haft und anschließender Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt. Insgesamt aber für mich zu düster – keine Empfehlung.

Bewertung: *

FSK: 18 Jahre Kinostart: 21.02.2018 Regie: Fatih Akin