Allgemein, Komödie

Emma

Emma Woodhouse (Anya Taylor-Joy), 21 Jahre, lebt zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit ihrem Vater (Bill Nighy) im britischen Highbury. Als Angehörige des wohlhabenden Landadelshat sie Spaß daran, als Heiratsstifterin tätig zu sein. Nachdem sie ihre Gouvernante und Freundin bereits erfolgreich verkuppelt hat versucht sie nun ihre neue Freundin Harriet Smith (Mia Goth) unter die Haube zu bringen. Harriet ist weniger gut situiert, lebt in einem Mädchenpensionat und hat zudem den Makel, ein uneheliches Kind zu sein, das ihren Vater nicht kennt. Emma versucht eine gute Partie für Harriet zu finden und ist enttäuscht, als sie von einem örtlichen Pächter einen Antrag erhält. Da sie Mr. Elton (Josh O‘Connor), den jungen Pfarrer als geeigneten Kandidaten ausgesucht hat, hinterteibt Emma die Verbindung mit dem Pächter. Dabei ignoriert Emma auch die Warnungen von Mr. Knightley (Johnny Flynn), einem guten Freund und häufigen Gast im Haus ihres Vaters, der sie darauf hinweist, dass Mr. Elton eine gut situierte Frau als Partnerin sucht. Als Emma ihren Fehler erkennt sieht sie in dem neu angekommenen Frank Churchill (Callum Turner) einen potentiellen Heiratskandidaten. Die Verwicklungen nehmen ihren Lauf und vielleicht kommt ja auch Emma selbst noch unter die Haube?

Ein hervorragendes Bild des beginnenden 19. Jahrhunderts. Große Klassengegensätze, eine verwöhnte Oberschicht, die sich langweilt und mit Nichtstun beschäftigt ist. Hervorragende Filmmusik und ausgezeichnete Darsteller – besonders Bill Nighy sehe ich immer wieder gerne. Grandiose Bilder, schöne Kostüme – hier ist Entschleunigung angesagt.

Bewertung. *****

Kinostart: 05.03.2020 FSK: 0 Jahre Regie: Autumn de Wilde

Allgemein, Komödie

Die Känguru-Chroniken

Marc-Uwe (Dimitrj Schaad) ist ein relativ erfolgloser Kleinkünstler in Berlin. Eines Tages steht ein Känguru (!) vor seiner Tür, um sich Eier auszuleihen. Es hat offenkundig eine Nachbarwohnung illegal besetzt. Nachdem es vor zwei Polizisten flüchten muss, quartiert es sich bei Marc-Uwe ein. Das Känguru ist nach eigenem Verständnis Kommunist, während Marc-Uwe sich als Anarchist sieht. Hier ergeben sich diverse Verwicklungen. Marc-Uwe schwärmt erfolglos für eine schöne Nachbarin und ein skrupelloser Immobilienhai, der auch noch Aushängeschild einer rechten Partei ist, will die Mieter rauswerfen und ein Hochhaus errichten.

Schräge Komödie, bei der ich mich mit der Bewertung schwer getan habe. Etwas mehr Biss hätte dem Film gut getan. Letztendlich hat das Känguru aber den Film gerettet. Kleiner Tipp: Am Ende ist noch lange nicht Schluss.

Bewertung: ***

Kinostart: 05.03.2020 FSK: 0 Jahre Regie: Dany Levi

Allgemein, Drama/Thriller

Cronofobia

Michael (Vinicio Marchioni) ist mit einem weißen Transporter ziellos durch die Schweiz unterwegs. Er beobachtet immer wieder Anna (Sabine Timoteo), die wie er offenkundig von einem traumatischen Ereignis belastet und psychisch schwer angeschlagen ist. Anna verschließt sich von ihrer Umgebung und wenn sie Laufen geht und an einer Bahnschranke warten muss schreit sie ihre Wut an den vorbeifahrenden Zug. Michael und Anna verbindet ein düsteres Geheimnis, das nur Michael kennt. Michael dringt immer mehr in Annas Leben ein, beide treffen sich schließlich und nähern sich an, bis Michael erzählt, was sie verbindet.

Definitiv keine leichte Kost, kein Fast-Food-Kino. Der Film kommt mit wenig Worten und steril anmutenden Bildern aus. Es dauert etwas, bis man als Zuschauer erkennt, was die Beiden belastet und worin die Beziehung zwischen ihnen besteht. Es geht um Trauer und Schuld und ob und wie man sie überwinden kann. Nachdem beiden klar ist, worin ihre Beziehung besteht ist der weitere Verlauf für mich nicht mehr ganz stimmig. Für Psychologiestudenten sehenswert, sonst für ein Nischenpublikum.

Bewertung: **

Kinostart: 20.02.2020 FSK: 12 Jahre Regie: Francesco Rizzi

Allgemein, Komödie

Nightlife

Milo (Elyas M’Barek) und sein Freund Renzo (Frederik Lau) arbeiten als Barkeeper in Berlin. Milo hat vom Nachtleben, One-Night-Stands und wilden Partys langsam genug und wünscht sich ein bürgerliches Leben. Gemeinsam mit dem etwas zum Chaos neigenden Renzo möchte er einen Club aufmachen und dort im Hintergrund arbeiten. Ihr Versuch einen Kredit zu bekommen scheitert aber daran, dass Renzo nach einem missglückten Drogentransport vorbestraft ist. Um doch noch das benötigte Geld aufzutreiben übernimmt Renzo wieder einen Drogentransport. dabei wird ihm aber der Wagen geklaut und damit auch das transportierte Koks im Wert von 150.000 Euro. Jetzt setzt die Russenmafia die beiden Freunde unter Druck. Sie sollen die Drogen, das Geld oder einen gleichwertigen Ersatz herbeischafffen. Gleichzeitig lernt Milo seine Traumfrau Sunny (Palina Rojinski) kennen und verliebt sich in sie. Jetzt nimmt das Chaos seinen Lauf. Milo und Renzo wollen eine andere Bande beklauen um sich bei der Russenmafia freizukaufen. Dieser Plan scheitert an der dilettantischen Ausführung und trotz des Stresses muss Milo ein letztes Date mit Sunny erreichen, da diese am nächsten Tag zu einem neuen Job nach Atlanta fliegen will. Wie endet das Chaos?

Gute Schauspieler aber leider doch zu schwaches Drehbuch. Ich hatte mir deutlich mehr erhofft. Trotzdem hat der Film seine witzigen Momente – etwa der „Spieleabend “ bei ihrem Bankberater, der an Hangover erinnert und mit einem abgeschnittenen Finger endet. Für Fans von Elyas M’Barek (davon gibt es ja viele) trotem ein „Muss“.

Bewertung: ***

Kinostart: 13.02.2020 FSK: ab 12 Jahren Regie: Simon Verhoeven

Allgemein, Komödie

Enkel für Anfänger

Philippa (Barbara Sukowa) überredet ihre Schwägerin Karin (Maren Kroymann) dazu als ehrenamtliche „Oma“ zu arbeiten. Beim Verlassen der Vermittlungsagentur trifft Karin ihren alten Freund Gerhard (Heiner Lauterbach) und überredet ihn, ebenfalls ehrenamtlich als Opa tätig zu werden. Gerhard, ein pensionierter Arzt, lebt nach dem Tod seines Mannes sehr zurückgezogen und hat eigentlich keine Lust den Opa zu spielen, gibt aber schließlich doch nach. Wie nicht anders zu erwarten, ergeben sich hier diverse Verwicklungen. Philippa ist eine Alt-68erin, Karin hat mit ihrem Mann zu kämpfen, der auf ein geruhsames Rentner-Dasein gehofft hatte und Gerhard muss feststellen, dass sein Schützling von Mitschülern gemobbt wird.

Harmlose aber witzige Komödie. Unterschiedliche Lebensentwürfe (Alleinerziehende – mit Migrationshintergrund, Homosexualität, kinderloses Ehepaar) werden selbstverständlich präsentiert und die Schauspieler sind natürlich immer sehenswert.

Bewertung: ****

Kinostart: 06.02.2020 FSK: 6 Jahre Regie: Wolfgang Groos