Allgemein, Komödie

Enkel für Anfänger

Philippa (Barbara Sukowa) überredet ihre Schwägerin Karin (Maren Kroymann) dazu als ehrenamtliche „Oma“ zu arbeiten. Beim Verlassen der Vermittlungsagentur trifft Karin ihren alten Freund Gerhard (Heiner Lauterbach) und überredet ihn, ebenfalls ehrenamtlich als Opa tätig zu werden. Gerhard, ein pensionierter Arzt, lebt nach dem Tod seines Mannes sehr zurückgezogen und hat eigentlich keine Lust den Opa zu spielen, gibt aber schließlich doch nach. Wie nicht anders zu erwarten, ergeben sich hier diverse Verwicklungen. Philippa ist eine Alt-68erin, Karin hat mit ihrem Mann zu kämpfen, der auf ein geruhsames Rentner-Dasein gehofft hatte und Gerhard muss feststellen, dass sein Schützling von Mitschülern gemobbt wird.

Harmlose aber witzige Komödie. Unterschiedliche Lebensentwürfe (Alleinerziehende – mit Migrationshintergrund, Homosexualität, kinderloses Ehepaar) werden selbstverständlich präsentiert und die Schauspieler sind natürlich immer sehenswert.

Bewertung: ****

Kinostart: 06.02.2020 FSK: 6 Jahre Regie: Wolfgang Groos

Allgemein, Drama/Thriller

Little Women

Amerika zur Zeit des Bürgerkriegs. Die vier Schwestern Jo (Saoirse Ronan), Meg (Emma Watson), Amy (Florence Pugh) und Beth (Eliza Scanlen) wachsen in einer wohlhabenden Familie auf. Der Vater kämpft freiwillig auf Seiten der Nordstaaten im Bürgerkrieg, die Mutter Marmee (Laura Dern) ist sehr sozial eingestellt. Die vier Schwestern haben unterschiedliche Träume, wollen Schriftstellerin, Malerin oder Schauspielerin werden. In Rückblenden wird dass Leben der Familie erzählt und die Schwierigkeiten der Schwestern unter den Zwängen der damaligen Zeit ihre Träume zu verwirklichen.

Gut gemachter, atmosphärischer dichter Film. Er macht dem Betrachter deutlich bewusst, dass man zur damaligen Zeit als Frau keinerlei Möglichkeit zur Unabhängigkeit hatte. Es gab so gut wie keine Chance selbst Geld zu verdienen und die Abhängigkeit vom Ehemann war total. Die Schilderung aus Sicht von Jo und ihr Versuch sich als Schriftstellerin zu etablieren und doch immer für die Familie da zu sein überzeugt auf der ganzen Linie.

Bewertung: *****

Kinostart: 30.01.2020 FSK: 0 Jahre Regie: Greta Gerwig

Allgemein, Kinder- und Jugendfilm

Die fantastische Reise des Dr. Doolittle

Dr. Doolittle (Robert Downey jr.) zurückgezogen und etwas verwahrlost nur in Kontakt mit seinen Tieren, seit er seine geliebte Frau verloren hat. Da er mit den Tieren sprechen kann zieht er deren Gesellschaft den Menschen vor. Als die englische Königin schwer erkrankt wird er zu Hilfe gerufen. Widerwillig verlässt Doolittle sein Anwesen um die Königin zu retten. Vereint mit diversen ganz witzigen und leicht gestörten Tieren (vom Papagei über einen Gorilla, einem Strauß, einem Eisbär und einem neu hinzugekommenen Lehrling) macht er sich auf die Suche nach einer geheimnisvollen Insel, da nur dort das Heilmittel für die Königin zu finden ist. Natürlich sind diverse Gefahren zu überwinden und ein Bösewicht will den Erfolg von Dr. Doolittle verhindern.

Die bunte Tierschar ist ja anfangs ganz witzig, trotzdem hat der Film mich nicht überzeugt und ich denke auch die kleine Zielgruppe wird er nicht erreichen. Irgendwie zu viel Klamauk, nichts ist wirklich stimmig. Auch die „menschlichen“ Darsteller waren eher enttäuschend.

Bewertung: **

Kinostart: 30.01.2020 FSK: 0 Jahre Regie: Stephen Gaghan

Allgemein, Drama/Thriller

1917

Nordfrankreich während des ersten Weltkrieges. 1917 ist die Auseinandersetzung zum Stellungskrieg geworden. Die beiden britischen Soldaten Schofield (George MacKay) und Blake (Dean-Charles Chapman) erhalten den Auftrag, durch das Niemandsland zwischen britischen und deutschen Stellungen zu einem anderen britischen Bataillon vorzudringen, um dieses von einem verhängnisvollen Angriff abzuhalten, da es dort in einen deutschen Hinterhalt geraten würde. Blake ist besonders motiviert, da sein älterer Bruder in diesem Bataillon Dienst tut. Der Film schildert den Weg durch das Niemandsland, die Gefahren, die Angst und der Mut der beiden Engländer sowie der enorme Zeitdruck, um die eigenen Soldaten noch rechtzeitig zu warnen . Werden sie rechtzeitig durchkommen?

Trotz „Golden Globe“ als bester Film und diverser Oscar-Nominierungen für mich nicht immer überzeugend. Die vielgelobte Spannung war nicht durchgängig zu spüren. Natürlich als Anti-Kriegsfilm konzipiert aber doch mit vorhersehbarem Ausgang.

Bewertung: ***

Kinostart: 16.01.2020 FSK: 12 Jahre Regie: Sam Mendes

Allgemein, Drama/Thriller

7500

Tobias Ellis (Joseph Gordon-Levitt) geht am Berliner Flughafen ins Cockpit seines Airbus, den er nach Paris fliegen soll. Kurz danach kommt auch Kapitän Michael Lutzmann (Carlo Kitzlinger) und nimmt seinen Platz ein. An Bord ist als Flugbegleiterin auch seine Freundin Gökce (Aylin Tezel), eine Deutsch-Türkin, die die Mutter ihres gemeinsamen Sohnes ist. Am Terminal sieht man, wie u.a. auch mehrere Männer einchecken, von denen klar ist, dass es sich um die Flugzeugentführer handelt. Der Filmtitel 7500 ist schließlich der internationale Transponder-Code für eine Flugzeugentführung. Der Flug beginnt mit einigen wetterbedingten Turbulenzen und der Blick geht immer wieder mit der Kamera aus dem Cockpit in den Vorraum, in dem die Flugbegleiterinnen mit ihrer Arbeit beginnen. Schließlich versuchen die Terroristen das Cockpit zu stürmen. Mit knapper Not können Pilot und Copilot dies verhindern und die Türe verriegeln. Beide werden dabei verletzt, der Pilot stirbt schließlich an seiner Verwundung. Die Terroristen versuchen mit der Drohung Geiseln zu töten den Zugang zum Cockpit zu erzwingen. Tobias kann dabei nur das Geschehen im Vorraum per Kamera beobachten, was mit den Passagieren passiert sieht er nicht. Eine erste Geisel wird von den mit zugespitzten Glasscherben bewaffneten Terroristen getötet, als sich Tobias weigert, die Türe zu öffnen. Schließlich drohen die Terroristen Gökce zu töten. Wie wird Tobias reagieren?

Was für eine Überraschung. Ein gut gemachter, spannender deutscher Actionthriller. Drehbuch, Darsteller und Kamera überzeugen auf der ganzen Linie. Man fiebert förmlich mit, wie sich aus einem scheinbaren Routineflug nach Paris eine Flugzeugentführung entwickelt. Gerade am Anfang wartet man mit zunehmender Spannung, was und wann es denn passiert. Alles spielt sich auf engstem Raum – im Cockpit – ab. Nur mit der Kamera geht der Blick in den Vorraum und man glaubt die Anspannung und Angst von Tobias zu spüren. Glaubwürdig, nicht weichgespült und sicherlich nur mit einem Bruchteil des Budgets vergleichbarer amerikanischer Actionfilme, aber mindestens genau so gut, wenn nicht besser. Großes Kompliment – unbedingt anschauen!

Bewertung: *****

Kinostart: 29.12.2019 FSK: 12 Jahre Regie: Patrick Vollrath