Allgemein, Drama/Thriller

Lara

Lara Jenkins (Corinna Harfouch) ist eine verbitterte, pensionierte Beamtin, die gerade 60. Geburtstag hat. An diesem Tag gibt ihr Sohn Viktor (Tom Schilling) ein Klavierkonzert, bei dem er auch eine eigene Komposition spielen will. Lara war nicht eingeladen, sondern stattdessen ihr Exmann und dessen neue Freundin. Ihr Verhältnis zu ihrem Sohn ist angespannt. Er wohnt nicht mehr bei ihr, sondern ist zu seiner Großmutter, Laras Mutter gezogen. Lara besorgt sich alle noch verbliebenen Eintrittskarten und verschenkt sie u.a. an ehemalige Arbeitskollegen und an völlig Fremde. Lara versucht noch Kontakt zu ihrem Sohn aufzunehmen, und verunsichert ihn vor seinem großen Auftritt. Wird der sensible Viktor trotzdem auftreten können?

Man braucht Zeit für diesen Film. Lara ist ohne Frage frustriert, enttäuscht und verbittert. Sie wurde frühpensioniert, hatte Probleme in ihrer Behörde und hat einerseits versucht ihren Sohn zu unterstützen, andererseits verunsichert sie ihn, indem sie die Qualität seiner Komposition subtil anzweifelt. Die problematische Mutter-Sohn-Beziehung wird durch die beiden Hauptdarsteller ausgezeichnet dargestellt. Sie machen den Film sehenswert.

Bewertung: ****

FSK: 0 Jahre Kinostart: 07.11.2019 Regie: Jan-Ole Gerster

Komödie

Das perfekte Geheimnis

Freunde treffen sich, um einen netten Abend gemeinsam zu verbringen. Drei Frauen (Karoline Herfurth, Jella Haase, Jessica Schwarz) und vier Männer (Elyas M’Barek, Florian David Fitz, Frederick Lau, Wotan Wilke Möhring) , die sich zu kennen glauben. Als im Laufe des Abends eine Diskussion über Ehrlichkeit geführt wird, entschließen sie sich zu einem – scheinbar – witzigen Spiel. Alle legen ihre Smartphones auf den Tisch und bei jedem Anruf wird auf „laut“ gestellt, jede Nachricht wird in der Runde vorgelesen. Was als harmloses Spiel beginnt führt zu einer Reihe von Verwicklungen, Lebenslügen und Geheimnisse werden offengelegt und Beziehungen drohen zu scheitern.

Die erstklassig Besetzung macht diese Komödie besonders sehenswert. Die Story ist witzig und unterhaltsam, der Verlauf manchmal echt überraschend. Natürlich ist die einmal propagierte Gewalt zur Konfliktlösung abzulehnen, aber da es den „Richtigen“ trifft ….
Der kleine Gag am Ende ist dann noch eine gelungene Schußpointe.

Bewertung: *****

FSK: 12 Jahre Kinostart: 31.10.2019 Regie: Bora Dagtekin

Allgemein

Ich war noch niemals in New York

Fernsehmoderatorin Lisa Wartberg (Heike Makatsch) denkt nur an ihre Karriere und ist als Vorgesetzte ein echtes Ekel. Da ihre Einschaltquoten sinken ist sie ziemlich im Streß und hat auch keine Zeit für ihre Mutter Maria (Katharina Thalbach), die sie eigentlich zur Geburtstagsfeier erwartet. Maria stürzt im Haushalt und kommt mit Gedächtnisverlust ins Krankenhaus. Da sie vor dem Sturz im Radio „Ich war noch niemals in New York“ hörte, ist dies das Einzige, an das sie sich erinnert. Maria büchst aus dem Krankenhaus aus und schmuggelt sich an Bord des Kreuzfahrtschiffes MS Maximiliane um so nach New York zu kommen. Ihre Tochter Lisa folgt ihr mit ihrem Visagisten Fred (Michael Ostrowski) im Schlepptau auf das Schiff. Alle Drei werden als blinde Passagiere entdeckt und sollen die Überfahrt abarbeiten. An Bord lernt Maria Otto (Uwe Ochsenknecht) kennen, der auf dem Schiff als Tanzpartner für die (reiferen) Damen arbeitet. Lisa kommt dem Stochastik-Professor Axel (Moritz Bleibtreu) näher, der mit seinem Sohn auf dem Schiff ist und auch Visagist Fred lernt mit dem Zauberer Costa (Pasquale Aleardi) einen Mann kennen. Finden alle Drei den Partner fürs Leben?

Witziger, völlig überdrehter und in knallbunten Farbnen gezeichneter Film mit den – gelegentlich leicht abgewandelten – Ohrwürmern von Udo Jürgens. Zwei unterhaltsame Stunden, die man mit viel Spaß im Kino verbringt. Schön zu sehen, dass auch hier Homosexualität als völlig normale Form des Zusammenlebens dargestellt wird.

Bewertung: ****

FSK: 0 Jahre Filmstart: 17.10.2019 Regie: Philipp Stölzl

Allgemein, Drama/Thriller

Nach der Hochzeit (After the Wedding)

Isabel (Michelle Williams) arbeitet in einem Waisenhaus in Indien. Sie muss ihre Schützlinge dort schweren Herzens verlassen um nach New York zu reisen. Hier hat die Selfmade-Millionärin Theresa ( Julianne Moore) zugesichert für ein soziales Projekt eine erhebliche Summe zu spenden und Isabel will diesen Betrag für ihr Waisenhaus sichern. Da Theresa’s Tochter Grace am Wochenende heiratet wird Isabel zu dieser Feier eingeladen. Hier sieht Isabel auch Theresas Mann Oscar (Billy Crudup) und ein großes Geheimnis wird enthüllt und ein Drama nimmt seinen Lauf.

Der Film plätschert etwa gute halbe Stunde ziemlich langweilig dahin. Ein paar schöne Bilder aber nicht mehr. Dann kommt tatsächlich noch Spannung auf und der Film nimmt eine überraschende Wendung, die ich natürlich nicht verraten will. Mir erschien zwar nicht jeder Verlauf logisch, aber der Schluss hat den Film auf jeden Fall noch gerettet.

Bewertung: ****

FSK: 6 Jahre Kinostart: 17.10.2019 Regie: Bart Freundlich

Allgemein, Drama/Thriller

Intrigo – In Liebe Agnes

Agnes (Carla Juri) kümmert sich liebevoll um ihren todkranken Ehemann. Als er stirbt erbt Agnes die Hälfte des gemeinsamen Hauses, die andere Hälfte geht an die beiden Kinder ihres Mannes aus erster Ehe. Um das Haus zu behalten müsste Agnes, eine Lehrerin, die Kinder auszahlen – was mit ihrem Einkommen aber nicht möglich ist. In Rückblenden wird die Freundschaft von Agnes zu Henny (Gemma Chan) erzählt. Beide wollten einst Schauspielerinnen werden und ihre Freundschaft zerbrach als sie um eine Rolle konkurrierten. Henny hat zwei Kinder, ist jedoch unglücklich verheiratet und fühlt sich durch ihre Rolle als Mutter und Hausfrau nicht ausgelastet. Da sie vermutet, dass ihr Mann sie betrügt, will sie keine Scheidung sondern fasst den Plan ihren Mann zu töten. Jetzt trifft Henna Agnes wieder und ihr Plan nimmt Gestalt an. Alles entwickelt sich aber anders als vorgesehen.

Spannender Film, der in Rückblenden die Freundschaft zwischen Agnes und Henny erzählt. Die weitere Entwicklung mit den Mordplänen von Henny erscheint vorhersehbar, dann nimmt der Film aber mehrere überraschende und gut gemachte Wendungen. Auch das Ende fand ich ausgesprochen gelungen.

Bewertung: *****

FSK: 12 Jahre Kinostart: 10. 10. 2019 Regie: Daniel Alfredson