Allgemein

Leid und Herrlichkeit

Salvador Mallo (Antonio Banderas) ist ein berühmter spanischer Filmemacher. Er stammt aus einfachen Verhältnissen. Seine Mutter (Penélope Cruz) unterstützt den intelligenten Jungen und verschafft ihm ein Stipendium auf einem Priesterseminar. Als alter, von diversen Krankheiten gezeichneter Mann isoliert er sich zunehmend von seiner Umgebung. In Rückblenden wird sein Leben erzählt, die Begegnung mit Federico (Leonardo Sbaraglia), mit dem er eine intensive Beziehung hatte und die sein weiteres Leben stark beeinflusste. Da ein alter Erfolgsfilm von ihm im Rahmen einer Retrospektive gezeigt werden soll macht sich Salvador auf, seinen damaligen Hauptdarsteller, einen alten Freund aufzusuchen, mit dem er sich bei diesem Film zerstritt und mit dem er 30 Jahre nicht mehr gesprochen hatte. Durch diesen Freund kommt er in Kontakt mit Heroin, um seine Schmerzen zu betäuben.

Ein Film der leisen Töne mit Tiefgang. Die ärmlichen Verhältnisse, in denen Salvador aufwuchs, werden eindringlich geschildert. Beim Anschauen überkommt den Betrachter ein Gefühl von Wehmut. Man leidet mit Salvador, wünscht ihm, dass er seine Krise überwindet und neuen Lebensmut findet.  

Bewertung: ****

FSK: 6 Jahre Kinostart: 25.07.2019 Regie: Pedro Almodovar

Allgemein, Animationsfilm

König der Löwen

Die Geschichte ist ja hinlänglich bekannt. Mufasa ist der gerechte König der Löwen, sein Sohn Simba der designierte Thronfolger. Simba hat eine unbeschwerte Jugend und verbringt seine Zeit gerne mit der jungen Löwin Nala. Das Leben in der Savanne könnte so schön sein, gäbe es da nicht Scar, den Bruder von Mufasa, der gerne selbst König wäre. Mit Hilfe der bösen Hyänen gelingt es Scar Mufasa zu töten und Simba die Schuld daran zu geben. Simba verlässt die Savanne und findet mit dem Erdmännchen Timon und dem Warzenschwein Pumba neue Freunde, mit denen er in den Tag hinein lebt (Hakuna matata). Nala erträgt die ungerechte Herrschaft von Scar nicht und verlässt ebenfalls die Savanne. Sie findet Simba und gemeinsam kehren sie zurück um Simbas Anspruch auf den Thron durchzusetzen.

Technisch toll gemachter Animationsfilm. Die Musik hört man auch immer wieder gerne. Die Handlung – nun ja. Simba ernährt sich nach seinem Auszug aus der Savanne nur von Maden und Würmern, da man ja nicht zeigen will, wie er andere Tiere jagd. Natürlich können die Löwinnen – obwohl in der Überzahl – nicht gegen Scar (den Mann) aufbegehren und auch Nala – obwohl stärker als Simba – kommt nicht auf den Gedanken, dass sie die bessere Königin wäre. Gender-mäßig also noch viel zu tun für Disney.

Bewertung: ***

FSK: 6 Jahre Kinostart: 18.07.2019 Regie: Jon Favreau

FSK: 6 Jahre Kinostart: 18.07.2019 Regie: Jon Favreau

Allgemein, Komödie

Tel Aviv On Fire

Der Palästinenser Salam (Kais Nashif) arbeitet 1967 als Aushilfe bei der Produktion der Daily-Soap „Tel Aviv on Fire“, die von seinem Onkel produziert wird. Israelis und Palästinenser schauen die schnulzige Serie. Salam soll eigentlich nur Kaffe kochen und mit seinen Hebräischkenntnissen für treffende Übersetzungen sorgen, wird aber durch Zufall zu einem der Drehbuchschreiber. Bei seinen täglichen Grenzübertritten fällt dem israelischen Kommandeur Assi (Yaniv Biton) eine Drehbuchfassung in die Hände und er zwingt Salam, es umzuschreiben. Der unerwartete Erfolg der Neufassung führt dazu, dass Salam weiter als Drehbuchautor arbeitet und er sich schließlich immer mehr von Assi emanzipiert. Vor dem Hintergrund des Palästinenserkonflikts entwickelt sich auch eine Liebesgeschichte zwischen Salam und einer alten Schulfreundin. Als die Serie abgesetzt werden soll hat Salam ein großes Problem.

Eine gelungene Komödie, die die Konflikte und Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern nicht ausblendet. Grenzkontrollen, hohe Mauern und Stacheldraht zeigen die Realität, die sich bis in die Gegenwart nicht geändert hat. Die Soap-Opera als Film im Film und die Entwicklung von Salam zum Drehbuchschreiber sind überzeugend. Trotzdem ist der Film witzig, mit gelungenen Dialogen und das Ende ist durchaus überraschend.

Bewertung: ****

FSK: Ab 6 Jahren Kinostart: 11.07.2019 Regie: Sameh Zoabi

Allgemein, Komödie

Yesterday

Jim (Himesh Patel) ist ein junger, erfolgloser Musiker, der von seiner Schulfreundin Ellie (Lily James) gemanagt wird.  Während eines weltweiten Stromausfalls hat Jim einen Unfall mit einem Bus und erwacht im Krankenhaus. Ihm fehlen zwei Zähne aber plötzlich muss er feststellen, dass sich außer ihm niemand an die Beatles und deren grandiose Songs erinnert. Nach kurzem Zögern beschließt er, die Lieder der Beatles als seine Eigenen auszugeben und damit aufzutreten. Er wird schlagartig berühmt, kann als Vorband von Ed Sheeran auftreten und wird schließlich als größter Songwriter aller Zeiten gehandelt. Der Erfolg führt zur Trennung von Ellie und Jim muss sich fragen, was er im Leben wirklich will.

Gelungene, romantische Komödie, die man mit viel Vergnügen anschaut. Ed Sheeran hat einen grandiosen Auftritt – fabelhaft, wie er einen besseren Titel für „Hey Jude“ vorschlägt. Auch die übrigen Darsteller überzeugen auf der ganzen Linie und die Musik der Beatles hört man doch immer wieder gerne.

Bewertung: *****

FSK: 0 Jahre Kinostart: 11.07.2019 Regie: Danny Boyle

Allgemein, Dokumentarfilm

Unsere Grosse Kleine Farm

Das Ehepaar John und Molly Chester lebt in einem kleinen Appartement in Los Angeles. Eines Tages beschließen sie einen Hund (Todd) aus dem Tierheim zu „adoptieren“. Leider bellt der Hund ständig während beide arbeiten und so wird ihnen die Wohnung gekündigt. Dies ist für das Paar der Auslöser, ihren Plan zu verwirklichen: Eine eigene Farm zu haben und diese ganz traditionell zu bewirtschaften. Es gelingt ihnen mit Hilfe eines Investors 81 Hektar Land eine Autostunde von LA entfernt zu kaufen. Das gekaufte Land ist ausgelaugt und heruntergewirtschaftet. Um fachkundige Hilfe zu haben engagieren sie Alan York, einen Pionier der biodynamischen Landwirtschaft. Mit seiner Unterstützung und der Hilfe von Freiwilligen, die sie über das Internet aktivieren, wollen sie die Farm wieder zum Leben erwecken. Es wird ein arbeitsreicher und mühevoller Prozess mit vielen Rückschlägen. Alan`s Zauberwort ist „Diversity“ (Vielfalt), d.h. für ihn eine Vielfalt an Pflanzen, Obstsorten und Tieren in einem sich selbst regulierenden Ökosystem. Trotz Alan’s Krebstod, Überschwemmungen, Waldbränden, und natürlichen Plagen (Kojoten, Schnecken, Maden, etc.) gelingt es ihnen, eine erfolgreiche Farm im Einklang mit der Natur aufzubauen.

Zweifellos eine aktuelle Geschichte, die gerade das junge Publikum ansprechen kann. In Zeiten von Klimawandel und Umweltverschmutzung ist eine Erfolgsgeschichte wie diese wichtig. Andererseits wäre der Erfolg ohne den nicht näher genannten „Investor“ und die zahlreichen freiwilligen Helfer nicht möglich gewesen. Also vielleicht doch kein Modell für Alle.

Bewertung: ***

FSK: 0 Jahre Kinostart: 11.07.2019 Regie: John Chester