Drama/Thriller, Horrorfilm

Der Goldene Handschuh

Fritz Honka (Jonas Dassler) lebt in den 70er Jahren in einer schäbigen Mansarde in Hamburg. Zu Beginn des Films sieht man eine gefühlte Ewigkeit lang eine nackte Frauenleiche in dieser Mansarde liegen. Honka, ein schwerer Alkoholiker, trinkt einen Schnaps, raucht und fragt sich offensichtlich, was mit der Leiche geschehen soll. Schließlich zerstückelt er die Leiche – hier ist die Kameraführung gnädig, man hört nur die Sägegeräusche. Einen Teil der Leichenteile „entsorgt“ er in einem Hinterhof, den Rest versteckt er in seiner Mansardenwohnung. Honka hält sich hauptsächlich in seiner Lieblingskneipe „Zum Goldenen Handschuh“ auf. Hier treffen sich Gestrandete, Verlierer, Gelegenheitsprostituierte und Trinker und hier lernt Honka auch seine weiteren Opfer kennen. Er vergewaltigt, erschlägt und erwürgt sie und zerstückelt die Leichen anschließend, um sie hinter einer Wand in seiner Mansarenwohnung verstecken zu können. Der Film spielt hauptsächlich in dieser schäbigen Mansarde und der nicht weniger bedrückenden Kneipe. Gewalt-, Vergewaltigungs- und Mordszenen werden überdeutlich gezeigt. Kurzzeitig kommt Honka durch einen neuen Job als Nachtwächter vom Alkohol los und eine Wende in seinem Leben scheint möglich. Tatsächlich ist die Abstinenz aber nicht von Dauer und er verfällt in seine alten Muster. Nur durch Zufall – ein Brand in der Wohnung unter ihm – führt schließlich zu seiner Verhaftung.

Jonas Dassler brilliert in der Rolle des Fritz Honka. Trotzdem ist die Milieuschilderung mehr als bedrückend und die Gewaltszenen sind schwer erträglich. Die Bilder sind düster aber fraglos realistisch und die Schlagermelodien (Es geht eine Träne auf Reisen“) erzeugen einen unwirklichen Kontrast. Ob man den Film wirklich als Horrorfilm bezeichnen sollte frage ich mich auch, obwohl einen das Grauen mehr als einmal überkommt. Es ist ein Kriminalfilm mit einem realen Hintergrund – der echte Fritz Honka wurde zu 15 Jahren Haft und anschließender Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt. Insgesamt aber für mich zu düster – keine Empfehlung.

Bewertung: *

FSK: 18 Jahre Kinostart: 21.02.2018 Regie: Fatih Akin