Allgemein, Komödie

Long Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

Der Journalist Fred Flarsky (Seth Rogen) kündigt seinen Job, als seine Zeitung von einem Konzern übernommen wird. Sein bester Freund nimmt den jetzt arbeitslosen und deprimierten Fred mit auf eine Benefiz-Gala, bei der auch die amerikanische Außenministerin Charlotte Field (Charlize Theron) anwesend ist. Charlotte war als Teenager einst Babysitterin des 11jährigen Fred. Da sie plant selbst als Präsidentin zu kandidieren, engagiert sie den leicht chaotischen Fred als Redenschreiber. Hier ist Fred überraschend erfolgreich und er und Charlotte kommen sich näher. Bis zum zwangsläufigen Happy End sind aber noch zahlreiche Verwicklungen, Komplikationen und Peinlichkeiten zu überstehen.

Mal wieder eine gelungene amerikanische Komödie mit tollen Darstellern. Flott inszeniert, witzige Stellen, tolle Stunts, manchmal zum Fremdschämen. Selbst Angela Merkel ist mal im Bild. Mit etwas gutem Willen kann man sogar etwas über Vorurteile, Aufrichtigkeit, Werte und Gleichberichtigung lernen. Besonders gelungen ist neben dem Schluss auch als sich Fred’s afro-amerikanischer Freund als …. und …. outet.

Bewertung: *****

FSK: 12 Jahre Kinostart: 20.06.2019 Regie: Jonathan Levine

Allgemein, Kinder- und Jugendfilm, Komödie

Der Klavierspieler vom Gare du Nord

In der Bahnhofshalle des Gare du Nord steht ein Klavier, dass jedermann benutzen kann. Der junge Matthieu Malinski (Jules Benchetrit) hat als Kind Klavierspielen gelernt, konnte aber als eines von drei Kindern einer alleinerziehenden Mutter keinen weiteren Unterricht nehmen. Jetzt nutzt er das Klavier im Bahnhof um zu spielen und kann sich dabei völlig in die Musik versenken. Dabie wird er von Pierre Geithner (Lambert Wilson), dem Direktor des Pariser Konservatoiums beobachtet, der von seinem Spiel begeistert ist. Als Matthieu mit seinen Freunden auf Diebestour geht wird er verhaftet und zu Sozialstunden verurteilt, die er im Konservatorium ableisten kann. Der Direktor fördert sein Talent und vermittelt ihm dort Klavierunterricht bei einer renomierten Lehrerin (Kristin Scott Thomas). Hier lernt Matthieu auch eine Cellospielerin kennen, mit der er sich anfreundet. Als er an einem Talentwettbewerb teilnehmen soll weigert er sich anfangs. Wird Matthieu am Wettbewerb teilnehmen? Kann er sich aus seinem Milieu lösen?

Ein toller Film um Kinder/Jugendliche für klassische Musik zu begeistern. Die Milieuschilderung bleibt allerdings sehr oberflächlich und weichgespült. Trotzdem durchaus unterhaltsam, wie sich die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Matthieu und Pierre entwickelt.

Bewertung: ****

FSK: 0 Jahre Kinostart: 20.06.2019 Regie: Ludovic Bernard

Allgemein, Kinder- und Jugendfilm

TKKG

Tim (Ilyes Moutaoukkil) stammt aus ärmlichen Verhältnissen, ist aber ein Mathematikgenie. Diese Begabung verschafft ihm ein Stipendium in einem exklusiven Internat. Hier teilt er mit Willi (Lorenzo Germeno) ein Zimmer. Willi (Spitzname: Klößchen) ist etwas dicklich, schon von mehreren Schulen geflogen, aber Dank seiner reichen Eltern neu im Internat. Als das Privatflugzeug abstürzt, dass Willi ins Internat gebracht hat, machen sich er und Tim auf die Suche nach dem Piloten. Sie kommen mit der Unterstützung des Außenseiters Karl, eines Computergenies und der Polizistentochter Gaby einer Verschwörung auf die Spur. Eine wertvolle Statue, die der Vater von Willi gekauft hat ist das eigentliche Ziel der Verbrecher. Diese schrecken auch nicht davor zurück Willis Vater zu entführen. Die vier Freunde versuchen die Statue wieder zu beschaffen und den Vater von Willi zu befreien.

Trotz einiger Ungereimtheiten (toll, wie schnell Tim ein Meister in asiatischer Kampfkunst wird) ein spannender Jugendfilm mit einem überraschenden Bösewicht am Ende. Man lernt etwas über Freundschaft, Mobbing und Mut.

Bewertung: ***

FSK: 6 Jahre Kinostart: 6.6.2019 Regie: Robert Thalheim

Allgemein, Animationsfilm, Kinder- und Jugendfilm

Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer

Sir Lionel Frost (dt. Stimme Christoph Maria Herbst), ein etwas schrulliger englischer Forscher, will unbedingt in einen exclusiven Londoner Abenteurer-Club aufgenommen werden. Als sein Versuch die Existenz des Ungeheuers von Loch Ness zu beweisen scheitert, mach er sich auf die Suche nach dem legendären Vorfahren des Menschen, dem Missing Link (dt. Stimme: Bastian Pastewka) Ein Bösewicht aus dem Abenteurer-Club will verhindern, dass Frost erfolgreich ist und unternimmt alles um ihm zu Schaden. Frost findet das Missing Link, das letzte Exemplar seiner Art. Frost hat Mitleid mit dem einsamen Geschöpf und macht sich mit ihm auf die Suche nach einem geheimnisvollen Ort im Himalaya, Shangri La, wo noch Verwandte des Missing Link leben solllen. Unterstützt von Adelina Fortnight (dt. Stimme Collien Ulmen-Fernandes), die eine Karte dieses Ortes besitzt, begeben sich alle drei auf eine gefahrvolle Reise.

Gut gemachter, aufwändiger Animationsfilm, den man gerne anschaut. Witzig, manchmal schon satirisch. Nicht mit dem zu erwartenden Ende. Bei genauem Hinsehen werden auch Themen wie Gleichberechtigung, Vorurteile, Rassismus und Feminismus angesprochen. Vielleicht ertappt man sich sogar selbst dabei, wie eigene (selbstverständliche?) Vorstellungen sich als Vorurteile entpuppen.

Bewertung: ***

FSK: 6 Jahre Kinostart: 30.05.2019 Regie: Chris Butler

Allgemein

Rocketman

Im Bühnenkostüm des Rocketman sieht man Elton John (Taron Egerton) in eine Therapiesitzung hineinplatzen und seine Drogen-, Alkohl- und Sexsucht bekennen. In Rückblicken wird dann sein wahrlich ausschweifendes Leben erzählt. Es beginnt mit dem kleinen Reginald Dwight, der unter der freudlosen Ehe seine Eltern leidet und sich doch nach deren Zuwendung sehnt. Der Vater verlässt früh die Familie und Reginald erhält wegen seiner Begabung am Klavier ein Stipendium an der Royal Academy of Music in London. Hier ändert er seinen Namen in Elton John und es beginnt sein beispielloser Siegeszug durch das Musikgewerbe. Er wird zum absoluten Weltstar, hat aber Probleme mit seiner zunächst nicht eingestandenen Homosexualität, rutscht immer mehr in die Drogenabhängigkeit und hat Schwierigkeiten echte Freunde von Falschen zu unterscheiden.

Toller Musikfilm der ungeschönt das Leben von Elton John schildert. Seine Homosexualität wird nicht nur angedeutet sondern in eindeutigen Szenen gezeigt. Elton John`s Genialität als Künstler kommt dabei aber keineswegs zu kurz. Nicht nur wegen der phantastischen Songs sollte man sich gut überlegen, in welchem Kino man den Film anschaut. Ich konnte ihn in der Originalfassung im Dolby Cinema des Mathäser Filmpalastes in München sehen. In diesem stylischen neuen Kinobereich, der ganz in schwarz gehalten ist (keine störenden Lautsprecher), mit tollen verstellbaren Ledersesseln, ist der Film ein echter Genuss. Erstmalig in Deutschland hat man hier unglaublich realistische Bilder mit einem wahnsinnigen Sound. So und nicht anders sollte man diesen Film erleben.

Bewertung: *****

FSK: 12 Jahre Kinostart: 30.05.2019 Regie: Dexter Fletcher